Maly Trostinec

"Den Toten ihre Namen geben"

Der Kosmos erscheint uns als Chaos.
Dahinter verbirgt sich eine innere, logisch aufgebaute Struktur.
In der kulturellen Überlagerung dieses Systems entstehen imaginäre Linien – Sternbilder und eine weitere Bedeutungsebene. Das gesamte Areal des riesigen Gräberfelds in Maly Trostinec wird zur Gedenkstätte für die Ermordeten. Der Wald wird ohne Wege begangen, die Authentizität des Ortes bleibt erhalten. Rahmenelemente werden im Wald gruppiert. Imaginäre Linien ordnen das Chaos der Waldstruktur, Bilder Raum und definieren Orte für Lichtungen. 10 Gruppierungen sind nach Deportationsdatum aus Wien und Theresienstadt geordnet und schaffen für diese je eine gemeinsame Struktur des Erinnerns.

Die Elemente der Stahlrahmenkonstruktion erzeugen Raum, der betreten werden kann. Die Schwelle erzeugt einen atmosphärischen Wechsel zwischen der Begehung des Areals in seiner Gesamtheit und des Annährung an das einzelne Opfer. Die Rahmenelemente enthalten 60 persönliche Gedenktafeln mit Namen, Geburts- und Sterbedatum, die mit Stangen abgehängt sind. Wind bewegt sie leicht. Die Namenstafeln sind verchromt und drehbar. Durch die Rotation ergeben sich in der Sonne Lichteffekte, die bis in die Tiefe des Areals wahrnehmbar sind. Die verchromte Oberfläche spiegelt den Betrachter und wirft ihn gemeinsam mit dem Namen und dem Wald im Hintergrund auf sich selbst zurück. Auf einer Metaebene entsteht eine Verbindung zwischen Opfer, Ort und BesucherIn. Auf der Rückseite der Tafel können die Hinterbliebenen persönliche Gegenstände anbringen.

FACTS

EU-weit offener Wettbewerb,
Oktober 2013


Ausloberin:

IM-MER
Initiative Malvine – MalyTrostinec

Projektteam:
Lidia Lozano Requena
Pawel Zabczynski