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    Nachlass Wilhelm Schütte
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Freiluftschule Floridsdorf

SANIERUNG, DENKMALGERECHTER RÜCKBAU UND ZUBAUSTUDIE IM RAHMEN DES SCHULSANIERUNGSPAKETS 2008 - 2017
BAUHERRIN:Stadt Wien, MA 19
ADRESSE:Franklinstraße 27, 1210 Wien
PROJEKTPARTNERIN:Maja Lorbek
STATIK:Büro Ferro und Partner
BAUPHYSIK:Roland Philipp

Wilhelm Schütte entwickelte die Grundelemente für Freiluftschulen in den späten 20er Jahren im Rahmen des „Neuen Frankfurt" unter Ernst May. 1929 wurde unter seiner Leitung ein erster Versuchspavillon errichtet, in dem Messungen zur Belichtung durchgeführt wurden, um den Forderungen der Pädagogen nach geräumigen Klassenzimmern mit gleichmäßiger Belichtung zu entsprechen. Das damalige gesellschaftspolitische Klima des „neuen Bauens" mit international geführter interdisziplinärer Diskussion und beeinflußt durch die pädagogischen Theorien Fritz Karstens führte zu vielen radikalen Innovationen im Schulbau.
„Im Jahr 1961 konnte ich dann in der Sonderschule Wien-Floridsdorf Klassen eines solchen Typs verwirklichen. Die Klassen sind quadratisch und gleichmäßig belichtet. Vorspringende Terrassen und Vordächer ergeben dabei eine wohltuende Dämpfung des Lichts von der zur Gänze verglasten Außenwand. Die Faltglaswände ergeben - auch wenn sie geschlossen sind - Verbindung mit der freien Natur, weil sie aus schmalen Profilen konstruiert sind und weil der Durchblick in Aughöhe frei von Sprossen ist. (...) Bei geöffneter Wand ist der Raum wirkliche Freiklasse mit allen Vorteilen einer solchen - und ohne die Nachteile, die bei Anordnung außerhalb des Hauses auftreten - wie Möbel herumtragen, wechselnder Sonnenstadt und gegenseitiger Störung, die eine Ausnutzung der Freiluftklassen nur allzuoft beeinträchtigen. (...) Während die neuen Schulen mit doppelseitiger Belichtung meist sehr weitschweifig sind, weil sie nur eingeschoßig angelegt werden können, war es bei der in Floridsdorf angewandten Lösung möglich, die Schule im Stockwerksbau zu errichten, das heißt in konzentrierter und wirtschaftlicher Form. (...) Es schien mir auch richtig, mit harmonischer Abtönung im Äußeren und im Inneren in die Farben zu gehen, um dem Bau jene Frische und fröhliche Stimmung zu geben, die Kinder brauchen. (Wilhelm Schütte: „Sonderschule Wien, 1961" in Schul- und Sportstättenbau, Nummer 1/1966, S 30)

Seit 1985 wurde die Schule teilweise saniert. Dabei wurde vor allem das architektonische Konzept der zweitseitigen Belichtung und der Freiraumklasse aufgegeben. Die Fensterbänder des Gangbereiches und die Faltwände der Klassenzimmer wurden durch Lochfassaden ersetzt. Die Fenster des Verwaltungsbaues wurden durch anders proportionierte und anders geteilte Fenster getauscht, die verglaste Turnsaalfassade geschlossen. Im Norden erhielt die Schule einen geringen Vollwärmeschutz. Teile der Fassade sind allerdings noch im bauzeitlich originalen Zustand erhalten, wie beispielsweise der gesamte Umkleidebereich und die zarte Stahlfassade im Eingang und Stiegenhaus. Im Inneren ist die Schule weitestgehend erhalten.
Der Fokus der laufenden Planung richtet sich darauf mit den Maßnahmen des Schulsubstanzsanierungspaketes nicht weitere bauzeitlich originale Bauteile zu zerstören. In einem ersten Schritt wurde mit Unterstützung des Bauherrn die Unterschutzstellung des Gebäudes und eine Sensiblilisierung bei den zuständigen Magistratsabteilungen für die Bedeutung des Gebäudes erwirkt. 2010 erfolgte die denkmalgerechte Sanierung der Schulküche, 2011 des gesamten Daches. Ziel ist eine gesamthafte denkmalgerechte Sanierung einschließlich Rückbau der Fassaden und die Wiederherstellung des ursprünglichen architektonischen Konzeptes.

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